Luftreiniger im Einsatz gegen Schadstoffe und Gerüche

Viele Menschen sorgen mit regelmäßigem Lüften für frischen Wind in Wohnungen und Häusern. Doch viele schlechte Gerüche und schädliche Partikel stellen sich schon nach kurzer Zeit wieder ein. Belastet wird die Raumluft durch unterschiedliche Schadstoffe, die wir täglich einatmen. Die Schadstoffe belasten unsere Gesundheit und mindern die Lebensqualität. Ist Ihnen bekannt, dass Sie täglich ca. 12.000 Liter Luft ein- und ausatmen? Grund genug, sich mit dem Thema Raumluft zu befassen, denn einen Großteil unseres Alltags verbringen wir in geschlossenen Räume.

Eine gute Ergänzung zum regelmäßigen Lüften sind Luftreiniger, die durch unterschiedliche Mechanismen die Luft von Schadstoffen befreien und für ein angenehmes Raumklima sorgen sollen.
Zwischen Luftreinigern gibt es allerdings große Unterschiede. Lesen Sie, wo ein Einsatz sinnvoll ist und was Sie im Zusammenhang mit solchen Geräten zu beachten haben.

Inhalt:

Die Einsatzgebiete von Luftreinigern

Luftreiniger sind je nach Bedarf für unterschiedliche Raumgrößen ausgelegt. Vor einem möglichen Kauf sollten Sie sich genau überlegen, für welches Einsatzgebiet der Luftreiniger gedacht ist. Liegen unangenehme Gerüche in einem kleinen bis mittelgroßen Raum vor, so sind Geräte ausreichend, die für Wohnräume bis 20 m² ausgerichtet sind.

Für ein offenes Großraumbüro sind Einsteigergeräte bis 20 m² allerdings nicht sinnvoll. Auch wenn der Einsatz eines Luftreinigers für die ganze Wohnung geplant ist und häufige Einsatzzeiten anstehen, sollten Sie überlegen, etwas mehr Geld auszugeben.

  • Geräte im unteren Preissegment (20 Euro – 80 Euro) sind für kleine bis mittelgroße Räume ausgelegt
  • bei offener Wohnung oder im Haus auf mittleres Preissegment (120 und 200 Euro) zurückgreifen
  • im Großraumbüro höherpreisiges Segment (500 bis 1.000 Euro)

Die Filter von Luftreinigern im Überblick

Aktivkohlefilter:

Wie schon der Name sagt, enthält dieser Filter Aktivkohle. Diese hilft dabei, Gase oder Flüssigkeiten zu binden. Der Aktivkohlefilter ist durch eine dicke schwarze Matte gekennzeichnet. Über die Matte werden Stoffe wie Staub, Schwermetalle, aber auch Chemikalien verarbeitet. Die Aktivkohle ermöglicht unterschiedliche Aufbereitungsmöglichkeiten. Diese Filter werden auch in der Industrie eingesetzt und bei Arbeitsplätzen, die einer erhöhten Luftbelastung ausgesetzt sind. Auch bei der technischen Aufbereitung von Wasser werden Aktivkohlefilter verwendet, um verunreinigte Flüssigkeiten zu reinigen. Aktivkohlefilter gehören zur Standardausrüstung vieler Luftreiniger.

Elektrostatischer Filter:

Die Elektrostatik ist ein Teilgebiet der Physik, das sich mit elektrischen Ladungen und damit einhergehenden Zusammenhängen befasst. Dieser Filter besteht aus synthetischen Fasern. Die Bindung und Verarbeitung von Partikeln erfolgt über Reibung und elektrostatische Aufladung. In der Regel ist es möglich diese Filter zu reinigen, ohne dass sie auf längere Sicht ausgetauscht werden müssten. Viele Luftreiniger verfügen über elektrostatische Filter.

Photokatalytischer Filter:

Bei der Photokatalyse kommen so genannte Nanopartikel zum Einsatz, die über Lichteinfluss organische Materialien binden und zersetzen können. Das Ergebnis ist eine bakterielle Reinigung von Oberflächen. Im Zusammenhang mit Luftfiltern spielen bei dieser Methodik mehrere Filter eine Rolle. Die Filterung erfolgt in Verbindung eines Ionisators, Katalysators und der Elektrostatik. Man verbindet die unterschiedlichen Filter miteinander, um eine hohe Effektivität bei der Beseitigung von Bakterien und Gerüchen zu erzielen. Meistens haben Luftreiniger im Preissegment zwischen 120 und 200 Euro einen Photokatalytischen Filter. Luftreiniger unter 100 Euro haben diese Filterfunktion oft nicht.

Ionisator:

Bei einem Ionisator handelt es sich um ein Gerät, welches durch Spannung Ionen erzeugt. Bei der Ionisation werden freie Radikale freigesetzt, die den Abbau von schlechten Gerüchen und Bakterien fördern. Die erzeugten negativen Ionen gibt es auch in der Natur auf Wiesen, Wäldern oder an Ufern. Man geht davon aus, dass eine Luftreinigung mit Ionen das Nervensystem des Menschen stärkt und positive Einflüsse auf das Kreislaufsystem hat. Ein Ionisator gehört zu den meisten Luftreinigern, die es auf dem Markt gibt.

HEPA-Filter:

Die Abkürzung „HEPA“ steht für „High Efficiency Particulate Air“ (hoch wirksame Teilung der Luft). Der Ursprung von HEPA reicht in die 1940er Jahre zurück, als im Manhatten-Projekt eine Möglichkeit gesucht wurde, radioaktive Partikel aus der Raumluft entfernen zu können. Eine der größten Einsatzbereiche in der heutigen Zeit ist die Medizin, zum Beispiel in Operationsräumen und auf Intensivstationen, wo besonders hygienische Standards herrschen müssen.

Luftreiniger mit HEPA-Filtern arbeiten tatsächlich effizienter im Abbau von Schadstoffen als andere Luftfilter. Ein solcher Filter besteht aus mehrfach gefalteten Matten, die mit Fiberglasfasern ausgestattet sind. Laut Herstellern sind HEPA-Filter oft so ausgerichtet, dass Kleinstorganismen wir Viren, Bakterien und Schimmelpilze auf deren Oberfläche nicht existieren können und absterben.

Zusammenfassung zu Filtern:

  • nahezu alle Luftreiniger verfügen über einen Ionisator
  • ein Aktivkohlefilter ist bei vielen Geräten Standard
  • Luftreiniger mit HEPA-Filter sind leistungsstark, effizient und können Mikroorganismen töten.

Anschaffungskosten von Luftreinigern

Die Kosten für einen Luftreiniger sind sehr unterschiedlich. Es gibt bereits Einsteigermodelle für weniger als 50 Euro und große Profigeräte, die mehr als 1.000 Euro kosten. Vor dem Kauf sollten Sie sich Gedanken über die geplanten Einsatzzeiten des Luftreinigers machen. Haben Sie vor, das Gerät täglich in der eigenen Wohnung, im Haus oder am Arbeitsplatz in Betrieb zu nehmen, sollte die Investition mindestens bei 100 Euro liegen.

Lohnt sich die Anschaffung eines Luftreinigers?

Vor dem Kauf eines Luftreinigers sollten Sie sich die Frage stellen, was Ihr Ziel ist. Stört Sie oder Ihrem Partner der Zigarettenrauch in Ihrer Wohnung, so hilft ein Luftreiniger dabei, die Rauchschwaden schnell und unkompliziert zu binden. Kochen sie regelmäßig und möchten neben unangenehmen Gerüchen auch Schimmel vorbeugen, kommen ebenfalls Luftreiniger infrage. Zudem können Luftreiniger dabei helfen, Atemwegsbeschwerden zu lindern.
Haben Sie aber beispielsweise nur in einer Ecke Ihrer Wohnung einen undefinierten, störenden Geruch, so sollten sie zunächst versuchen, der Ursache auf den Grund zu gehen. Sollte nämlich für diesen Zweck der Luftreiniger angeschafft werden und sich keine Besserung einstellen, haben sie womöglich umsonst Geld ausgegeben. Für einen ein- oder zweimaligen Einsatz lohnt sich ein Kauf eigentlich nicht.
Besonders Allergiker von Asthma und Schimmelsporen berichten immer wieder von einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebensqualität nach dem Einsatz von Luftreinigern. Bei diesen Menschen ist der Luftreiniger allerdings auch meist regelmäßig im Einsatz, weil dessen Qualitäten geschätzt werden.
Sind Sie Opfer eines Buttersäureanschlags oder haben Sie Buttersäuregeruch in Ihrem Umfeld?
Buttersäure ist der umgangssprachliche Begriff für Butansäure. In der Natur gibt es natürliche Entstehungsweisen für Buttersäure, zum Beispiel bei der Bildung von Pansen oder im Erdboden. Im menschlichen Organismus bildet sich Buttersäure beim Abbau von speziellen Kohlehydraten.
Menschen empfinden den Geruch von Buttersäure in der Regel als äußerst unangenehm. Dabei wird der Geruch mit Erbrochenem assoziiert. Die Geruchswahrnehmung von Buttersäure im persönlichen Umfeld kann unterschiedliche Ursachen haben.

Ausgelaufene Milch:

Möglicherweise ist in Ihrer Küche Milch ausgelaufen und wurde nicht vollständig entfernt. Sammeln sich Milchtropfen in Dielen oder Parkettritzen, ist es möglich, dass von der ausgelaufenen Milch Gerüche ausgehen. Welchen Geruch abgelaufene Milch ausstrahlt, können Sie selber feststellen, in dem Sie einen Rest Vollmilch zwei bis drei Wochen über das Haltbarkeitsdatum ungekühlt aufbewahren. Ist der wahrnehmbare Geruch in Ihrem Umfeld vergleichbar mit dem Geruch der abgelaufenen Milch, könnte es sein, dass die Ursache damit gefunden ist.
Dabei ist es auch möglich, dass sich Milchtropfen im oder hinter dem Kühlschrank gesammelt haben. Kühlschränke verfügen über einen Abfluss. Läuft Milch im Kühlschrank aus, könnten Milchtropfen im Abfluss gelandet sein und dort möglicherweise immer noch liegen.

Buttersäureanschlag:

Eine weitere Möglichkeit für die unangenehme Wahrnehmung von Buttersäure ist ein Anschlag über das offene Fenster. So etwas ist sicherlich nicht verbreitet, aber dennoch möglich. Buttersäure gibt es als Ampullen zu erwerben. Falls Sie sich mit einem Nachbarn oder Bekannten sehr verstritten haben, ist es nicht auszuschließen, dass dieser jemand sich auf die perfide Art des Buttersäureangriffs an Ihnen rächen möchte. Das Schlimme daran ist nicht nur der extreme Buttersäure-Geruch, sondern auch die Schwierigkeit der Beseitigung. Buttersäure haftet an Gegenständen und sollte professionell beseitigt werden. Luftreiniger helfen dabei gegen den Geruch anzugehen, sorgen aber nicht dafür, dass die Buttersäure verschwindet. Ein intensiver Einsatz eines Luftreinigern macht das Leben mit einem solchen Geruchsumfeld angenehmer.

Erbrochenes:

Eine dritte Möglichkeit ist natürlicher, jedoch ebenso unangenehmer Art, nämlich Erbrochenes. Wenn Sie oder jemand anderes in Ihrem Umfeld den Weg zur Toilette nicht geschafft hat, kann sich Erbrochenes auf Gegenständen, Möbeln oder Teppichen verteilt haben. Ist eine vollständige Beseitigung nicht gelungen, kann der Buttersäure-Geruch bestehen bleiben.
Auch in diesem Fall helfen Luftreiniger dabei Gerüche zu binden und das Raumklima angenehmer zu gestalten.
In Situationen, bei denen Erbrochenes „in der Luft liegt“, Sie also einen Buttersäure-Geruch wahrnehmen, sollten Sie dringend der Ursache auf den Grund gehen. In welchen Räumen ist der Geruch feststellbar? Wo in einem Raum ist der Geruch am intensivsten? Seit wann ist der Geruch wahrnehmbar? Gehen Sie diesen Fragen auf den Grund und setzen Sie einen Luftreiniger dort ein, wo der Geruch am intensivsten ist. Vor dem Einsatz des Luftreinigers, lüften Sie ausreichend den Raum.
Wenn Sie nach 10-14 Tagen unter Einsatz eines Luftreinigers den Geruch nicht entfernt bekommen, sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen und Spezialisten damit beauftragen der Geruchsfindung auf die Spur zu kommen.

Wann der Kauf eines Luftreinigers sinnvoll ist:

  • bei chronischen oder häufig auftretenden Atemwegserkrankungen
  • im Raucherhaushalt
  • bei häufig auftretenden Gerüchen in Küche und Bad
  • bei regelmäßigem Gebrauch
  • bei Buttersäure-Geruch / Gerüchen von Erbrochenem

Wann Sie auf den Kauf eines Luftreinigers verzichten sollten:

  • wenn Sie nicht vorhaben, das Gerät regelmäßig einzusetzen
  • wenn es um eine kleine undefinierte, dauerhafte Geruchsstelle am Einsatzort geht

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